Ablauf der homöopathischen Behandlung

Die homöopathische Erstanamnese im chronischen Krankheitsfall:

Am Anfang der homöopathischen Behandlung steht die ausführliche Erstanamnese. Diese bildet die Basis für die nachfolgende homöopathische Therapie und dauert ca. 1,5 bis 2 Stunden. Hierbei werden alle Dinge erfragt, die für den jetzigen individuellen Krankheitszustand von Bedeutung sein können und beinhaltet auch eine körperliche Untersuchung. Wichtige Informationen sind u.a.:

  • bisherige Krankengeschichte einschließlich aller Vorerkrankungen
  • Unfälle, Traumen und besondere Ereignisse in der Lebensgeschichte
  • soziales Umfeld, Kummer, Stress
  • familiäre Belastungen 
  • ärztliche Behandlungen, Medikamente, Impfungen 

Die erste Verschreibung

Die in der Erstanamnese zusammengetragenen Informationen werden zunächst sorgfältig ausgewertet. Erst danach erfolgt die Verschreibung der homöopathischen Arznei. Den Patienten wird hierzu das Rezept mit Einnahmeanleitung zugeschickt (ca. 1-3 Tage nach der Erstanamnese).

Die homöopathische Erstverschlimmerung

Als Reaktion auf die homöopathische Arznei kann es in den ersten Stunden oder Tagen kurzfristig zur Verstärkung der Krankheitssymptome kommen. Dies ist jedoch selten und kein Grund zur Besorgnis. Im Gegenteil, es zeigt, dass die Arznei richtig gewählt war.

Folgeanamnesen und weiterer Behandlungsablauf

Im Verlauf der nächsten Tage und Wochen wird die Reaktion auf die homöopathische Arznei beobachtet:

Etwa 1-2 Wochen nach der ersten Mitteleinnahme wird kurz telefoniert, ob sich bereits Veränderungen der Symptome gezeigt haben. Nach weiteren zwei bis vier Wochen findet die nächste Besprechung statt . Dabei erfrage ich genau, welche Beschwerden sich gebessert haben und ob eventuell andere Symptome in den Vordergrund getreten sind. Nach dieser Folgeanamnese beurteile ich, ob ein neues Mittel ausgearbeitet werden muss oder eine Wiederholung der Mittelgabe notwendig ist.

Der weitere Behandlungsablauf und die Dauer der jeweiligen Behandlung sind sehr individuell und hängen u.a. davon ab, wie lange die Beschwerden schon bestehen.

Zur Besprechung des Therapieverlaufs ist es nicht immer nötig, einen Praxistermin zu vereinbaren. Eine telefonische Rücksprache ist meistens ausreichend.

In den meisten Fällen sind weitere Arzneigaben notwendig, denn der Verlauf einer homöopathischen Behandlung entspricht einem "Gesundungsprozess" über einen längeren Zeitraum.

Akute Erkrankungen

Sollten während der chronischen Behandlung akute Erkrankungen wie Infekte, Unfälle oder Entzündungen auftreten, können und sollten diese möglichst auch homöopathisch behandelt werden. Bei akuten Beschwerden tritt eine deutliche Besserung bereits innerhalb von Stunden ein, sofern eine genau passende Akutarznei für den jeweiligen Zustand eingesetzt wird. Je nach Schweregrad der Beschwerden muss hierbei jedoch abgewogen werden, ob zusätzlich weitere ärztliche Maßnahmen notwendig sind.

Impfberatung

Unabhängig oder begleitend zur homöopathischen Therapie biete ich eine Beratung zum Thema Impfen an. Hierbei geht es vor allem um Klärung von Fragen wie:

  • Welche homöopathischen Möglichkeiten gibt es, um ein Kind auf Impfungen vorzubereiten und diese somit besser verträglich zu machen?
  • Homöopathische Nachbehandlung von Impfreaktionen sowohl akuter Art (z.B. Fieber, Unruhe, Schreien, Lokalreaktionen) als auch chronischer Art (Infektanfälligkeit, Hautausschläge, etc.)
  • Sind alle Impfungen sinnvoll? Oder können einige Impfungen im individuellen Fall evtl. sogar weggelassen oder verschoben werden?

Bitte bedenken Sie jedoch, dass das Thema sehr komplex ist und es keine allgemein gültigen Ratschläge und Lösungen geben kann. Alle Entscheidungen müssen immer individuell von den Eltern selbst getroffen werden.