Carolin Schlangenfeldt

 

  • 2006 Diplom in Biologie (Schwerpunkte Mikrobiologie, Genetik, Biochemie ), Humboldt-Universität Berlin
  • 2013 Überprüfung zur Heilpraktikerin
  • seit 2014 Studium der Klassischen Homöopathie mit Schwerpunkt Miasmatik an der Clemens-von-Bönninghausen-Akademie in Wolfsburg, Abschluss 2016
  • seither weiter regelmäßige Fortbildungen und Meisterkurse an der CvB
  • Mitglied im VKHD (Verband Klassischer Homöopathen Deutschlands)

 

 


Über meine Motivation:

 

Ich bin Mutter von zwei Kindern im Alter von 9 und 12 Jahren. Zur Klassischen Homöopathie bin ich durch eigene Erfahrungen gekommen, da meine Tochter in ihren ersten Lebensjahren sehr krank war und wir uns keinen Rat mehr wussten. Ich habe mir damals viele Gedanken gemacht, wie ich ihr helfen könnte und wollte auch das warum verstehen. Hatte sie etwas krank gemacht oder war es schlicht erblich bedingt? 

 

Während meines Biologiestudiums ging es darum, Lebewesen in ihrer ganzen Komplexität auf molekularer Ebene zu verstehen. Jedoch wird von außen oft der Eindruck vermittelt, heutzutage mit unserem Wissen sehr weit zu sein. Dabei stehen wir doch gerade erst am Anfang. Sowohl Medizin als auch Naturwissenschaften werden, bedingt durch den modernen Zeitgeist, sehr technisch und sogar eher ingenieurswissenschaftlich geprägt.

Die Klassische Homöopathie hat eine gänzlich andere Herangehensweise. Als Erfahrungswissenschaft orientiert sie sich an den Dingen, die eindeutig sichtbar und beobachtbar sind. In der Homöopathie wird der Mensch als Lebewesen wahrgenommen, das denkt, fühlt und handelt sowie von seiner Umwelt geprägt wird. Sie berücksichtigt sogar, dass schon unsere Vorfahren durch Umwelteinflüsse und Erfahrungen geprägt worden sind, was sich immer noch auf ihre Nachfahren auswirken kann. Dabei hat sich die homöopathische Lehre durch rein empirisches Vorgehen herausgebildet. Durch Ausprobieren und Beobachten wird versucht herauszufinden, ob und wie ein Mensch (oder auch ein anderes Lebewesen) auf spezifische Reize aus seiner Umwelt reagiert. Der homöopathische Ansatz ist im Grunde also eine Blackbox-Wissenschaft, bei der man nicht immer den Anspruch haben kann, zu wissen, warum etwas so ist, sondern nur dass etwas so ist. Dieses Vorgehen ist nicht immer einfach, sondern oft sogar sehr mühselig, erfordert es doch ein hohes Maß an Systematik und Disziplin. Ein solcher Erkenntnissprozess ist jedoch sehr ehrlich und wirkungsvoll. In 200 Jahren Homöopathiegeschichte konnte sich so ein wertvoller Wissensschatz aufbauen, der dem Forschen und Wirken mehrerer Generationen von Homöopathen und insbesondere Samuel Hahnemann zu verdanken ist.

Leider hat es die Homöopathie heutzutage nicht leicht, da der neuzeitliche Anspruch besteht, Erkenntnisprozesse nur dann zu zu lassen, wenn alle Mechanismen immer genau verstanden sind, obwohl dies mit unserem heutigen begrenzten Wissen  doch (noch) gar nicht möglich ist. Meiner Meinung nach steht dies jedoch in keinerlei Widerspruch Homöopathie erfolgreich anzuwenden. Schließlich stützt sich der Großteil unseres Verständnisses von der Welt, das sich die Menschheit im Verlaufe ihrer langen Geschichte angeeignet hat, eben genau auch auf Erfahrung und Beobachtung und nicht auf analytische Theorie. So verwendeten z.B. die amerikanischen Ureinwohner Salicylsäure-haltiges Wintergrün schon lange bei Schmerzen, Rheuma und Fieber, da sie wussten, dass es wirkt, aber nicht warum. Der eigentliche Wirkmechanismus des Aspirins wurde jedoch erst in den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts auf biochemischer Ebene geklärt.

 

Ich bin mit der Klassischen Homöopathie einen weiten Weg gegangen, von anfänglicher Skepsis über allmähliches Begreifen bis hin zu Bewunderung für eine Sichtweise und Logik, die Krankheitsprozesse in einem anderen Licht dar stehen lassen, als wir es von der Medizin momentan gewohnt sind.

Besonders gefällt mir auch der Anspruch der Homöopathie, Krankheitsursachen auf den Grund zu gehen. Nicht selten sind es Erlebnisse auf unserem persönlichen Lebensweg, ob Kummer, Stress oder Strapazen, die ihre Spuren  hinterlassen und Krankheiten, die womöglich sonst nie ausgebrochen wären, erst zum Vorschein bringen. Diese Sichtweise findet sogar mittlerweile immer mehr Bestätigung. Die noch junge Wissenschaft der Epigenetik, einem Zweig der molekularbiologischen Forschung, wird unser Verständnis von Krankheit und krankheitsverursachenden Faktoren in den kommenden Jahrzehnten vermutlich noch einmal grundlegend verändern. Umwelt und Erfahrung prägen unsere Gene offensichtlich viel stärker als bislang angenommen. Dies bedeutet einerseits, dass uns negative Erfahrungen krank machen und es bedeutet andererseits jedoch auch, dass wir dies durch positive Reize wieder beeinflussen können.

 

Mir ist es an dieser Stelle wichtig zu betonen, dass Homöopathie und moderne Medizin nicht im Widerspruch oder in Konkurrenz zueinander stehen. Vielmehr geht es um gegenseitige Ergänzung, vor allem immer dann, wenn man mit einer Herangehensweise nicht weiter kommt. Ich würde mir wünschen dazu bei zu tragen eine Brücke zu schlagen zwischen Schulmedizin und Klassischer Homöopathie, denn ich empfinde eine tiefe Dankbarkeit, dass es sie gibt!